Aufruhr und Repression in Peru: Das letzte Land in Lateinamerika wacht auf
Der weggeputschte Präsident Pedro Castillo sitzt weiter in Haft. Präsidentin Dina Boluarte lässt Polizei und Justiz immer härter gegen Protestierende vorgehen. Doch die Zivilgesellschaft gibt nicht auf
Sensation und Skandal: 1923 erscheint Raymond Radiguets Roman „Le diable au corps“
„Le diable au corps“ ist ein Skandal. Erzählt wird von der Liebe zwischen einem Gymnasiasten und einer älteren Frau, deren Mann im Ersten Weltkrieg kämpft. Der Autor, Enfant terrible der französischen Literatur, stirbt im Erscheinungsjahr
„Lauter Lügen“ von Konrad Paul Liessmann: Am Anfang war der Zweifel
Der Philosoph Konrad Paul Liessmann interveniert in „Lauter Lügen“ gegen den Zeitgeist und fordert von seinen Leser:innen mehr Eigensinn
Erdbebenzone Antakya: Aller Trauer zum Trotz
In der Stadt Antakya in der Türkei versuchen die Bewohner:innen die erlebte Katastrophe mit einer Perspektive zu verbinden: Man vergewissert sich seiner eigenen Kraft für den Wiederaufbau und nimmt den verlorenen Faden des Lebens wieder auf
Von Mathias Döpfner bis Jeff Bezos: Medienpolitik kapituliert vor Macht der Milliardäre
Kleinverleger müssen um ihre Existenz kämpfen, während in der Medienbranche immer mehr Milliardäre das Sagen haben. Am gefährlichsten sind die Quereinsteiger
Lukas Meschiks „Würde der Empörten“: Ein Pandemieroman
Der Wiener Autor Lukas Meschik will, dass wir besser miteinander reden. In „Die Würde der Empörten“ leuchtet er den Horizont der Wutbürger:innen aus. Doch auf den Leib rückt er ihnen nicht
„Sie mussten sich von einem ganzen Kontinent schlechter Literatur absetzen“
Literaturszene Österreich: Klaus Kastberger über die Lage der österreichischen Literatur, die Werkstatt als Ort von Auflösung und die Frage, warum man seine kritische Haltung nicht an der Seminartür abgeben sollte
Besuch einer Lesung 2.0
Die Jugend liest nicht mehr, heißt es. Dabei tut sie es nur anders – und erwartet, instagramtauglich die Autorinnen zu treffen
Zündeln im Heizungskeller: Wir brauchen eine soziale Wärmewende!
Die Ampel macht vor, wie man Klimapolitik erst verschleppt und dann vermurkst: Dabei wäre ein Heizungsgesetz ohne soziale Härten durchaus machbar
Wer die DDR in Wahrheit zerstörte
Als die DDR 1990 abgewickelt wurde, geschah dies nicht unter aktiver Beteiligung der westdeutschen Bevölkerung – wohl aber nach dem „Code des Kapitals“
Isabelle Huppert in „Die Gewerkschafterin“: Im Zweifel gegen die Angeklagte
„Die Gewerkschafterin“ erzählt vom wahren Fall der Maureen Kearney, die als Whistleblowerin die französische Atomindustrie anklagte
Buchmesse-Gastland Österreich: Bei uns isses so gemütlich
Man lacht, keucht und ergötzt sich gern im Alpenland: Gehn ma halt a bisserl unter, so das Motto. Björn Hayer über die große Kunst von Österreichs Schriftstellern, mit Sarkasmus und Ironie die rohe Wirklichkeit des Landes zu zeigen
„Es gibt uns“ von Elisabeth Klar: Rausch und Tod
Elisabeth Klar inszeniert in „Es gibt uns“ ein genial irrlichterndes Spiel und erzählt von einer postapokalyptischen Welt, in der fabelhafte Michwesen ihr Unwesen treiben
„Woher habt ihr Westdeutsche bloß so einen Hass auf uns Ostdeutsche?“
Die Autorin Kathrin Gerlof war zur Wende 27 Jahre alt, die Künstlerin Anna Stiede gerade mal zwei. Beide sagen: Bei Ostdeutschen bewegt sich viel. Aber für die Westdeutschen beweist Springer-Chef Mathias Döpfner den Stillstand. Ein Gespräch
Öffentlich-Rechtliche: Wir sind Tom Buhrow
Was hat sich eigentlich nach dem RBB-Skandal bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten geändert? Nicht viel. Das ließe sich aber ändern
Von Montesquieu über Umberto Eco bis Stèphane Hessel: Überraschende Bestseller
Für Verlage ist kaum kalkulierbar, welches Buch die Leute umhauen wird. Sonst hätten sie wohl nie „Der Name der Rose“ oder die Geschichte von John Kaltenbrunner abgelehnt. Wer hätte gedacht, dass Japaner Marxisten verschlingen? Das Lexikon
Liebe Buchverlage, habt den Mut zu komplizierter Literatur!
Die deutsche Buchlandschaft wird oft gelobt. Tatsächlich gibt es aber viel Betroffenheitsprosa und wenig verlegerischen Mut. Experimente wagen allein kleinere Independents
Letzte Generation: Zu Unrecht kriminalisiert
Die letzte Generation wollte die Hauptstadt lahmlegen und hat es in Teilen geschafft. Neben den Blockaden kam es zu einzelnen gewalttätigen Auseinandersetzungen. Kein Wunder, wenn Politiker alles daran setzen, die Gruppe zu kriminalisieren
Mikrobiologin Vera Meyer zur Zukunft des Bauens: „Wir werden eine Pilzrevolution erleben“
Vera Meyer arbeitet mit anderen Forscher*innen und der Industrie daran, dass wir bald nicht mehr in Häusern aus Beton leben – sondern aus Pilzen. Über eine schräge Idee, die dem Klima helfen und bereits 2030 Realität sein könnte
Italien: Seenotretter ziehen gegen Melonis Behörden vor Gericht
In der Mittelmeerfrage scheint Italien die Taktik gewechselt zu haben. Jetzt erheben Rettungsorganisationen Klage in Rom. Nassim Madjidian, Doktorandin im Seevölkerrecht, über einen Rechtsstreit mit einer der rechtesten Regierungen Europas
Peter Sloterdijks Buch über den Klimawandel: Biedermann stiftet Brand
Sympathische Schreibfantasie oder professoraler Elfenbeinturm: Peter Sloterdijk imaginiert in „Die Reue des Prometheus“, wie sich der Untergang der Welt abwenden ließe
„Sardanapal“ an der Volksbühne in Berlin: Ein Abend, der immer schlimmer wird
Fabian Hinrichs stilisiert an der Volksbühne in Berlin Lord Byrons Ästhetizismus mit dessen „Sardanapal“ zum Modell für unsere Zeit. Das geht entsetzlich schief
Künstliche Intelligenz: Liebe Autoren, wer hat Angst vor Sydney?
Unser Schreiben verändert sich durch Chatbots wie Sydney von Microsoft oder ChatGPT radikal. Für alle, die Bücher, Essays oder Artikel verfassen, kann das ein Segen sein. Ein Erfahrungsbericht
Frauenfilmfestival: Von Müttern und Aktivistinnen
Vom frühen Stummfilm bis zur aktuellen Solidarität mit den Frauen im Iran: Das IFFF macht sich die größere Sichtbarkeit von Frauen seit jeher zur Aufgabe