„The Bear“ Staffel 2: Die kulinarischen Piraten von Chicago
Kochen ist Leben und Küchen schaffen Ersatzfamilien mit mindestens so viel Dysfunktionalität wie in echten Familien. Das beweist die großartige zweite Staffel von „The Bear“
Peter Wensierskis Buch „Jena-Paradies“ über den Fall Matthias Domaschk: Tod im Stasi-Knast
Im April 1981 stirbt der 23-jährige Matthias Domaschk im Stasi-Gewahrsam. Sein Fall und die Frage, welche Rolle das MfS dabei spielte, bewegt bis heute. Spannend, mitunter reißerisch rekonstruiert Peter Wensierski ihn in „Jena-Paradies“
ARD-Serie „Everyone is f*cking crazy“: Vier Patient:innen nach dem Tod ihrer Therapeutin
Nach dem Suizid ihrer Therapeutin trifft eine bunte Mischung fassungsloser Patient:innen aufeinander – doch der Versuch, das Geschehene zu verarbeiten, endet im Chaos. Dobrila Kontíc über eine Serie, die zu viel will und doch sehenswert ist
„The Age of Content“ von (LA)HORDE auf Kampnagel: Wo die Avatare krabbeln
Virtuose Stunts, Zärtlichkeiten und Super-Mario-Dekolleté: Das französische Trio (LA)HORDE und das Ballet National de Marseille zeigen beim Sommerfestival auf Kampnagel in Hamburg „Age of Content“, wo das Virtuelle ins Reale dringt
Wolf Biermanns Übersiedlung ins Museum
Das Deutsche Historische Museum zeigt die Ausstellung „Wolf Biermann. Ein Lyriker und Liedermacher in Deutschland“ und kann den Eindruck nicht ganz entkräften, dass hier der einstige Störenfried zur ewigen Ruhe gebettet wird
Aslı Özges „Black Box“: Mikrokosmos Mietshaus
Im Film „Black Box“ von Aslı Özge leben Menschen verschiedener Nationalitäten, Sprachen und Religionen Tür an Tür. Bis ein neuer Verwalter auftaucht und Polizisten das Gebäude abschotten. Ein Film, der aktueller nicht sein könnte
Architekt und Designer Arne Jacobsen: Großer Körper, leichte Wirkung
Arne Jacobsen ist einer der international bedeutsamsten Designer des 20. Jahrhunderts. Bekannt ist er für Sitzmöbel wie „Das Ei“. Der großartige Band „Arne Jacobsen. Room 606“ zeigt: Es ist Zeit, ihn als Gesamtkünstler neu zu entdecken
„Welcome Venice“ von Andrea Segre: Der Moment des Innehaltens für Venedig
Der italienische Regisseur Andrea Segre zeigt in „Welcome Venice“ die Lagunenstadt, wie man sie nie zuvor sah: Setting seines kunstvollen Dramas ist das Venedig der Pandemie – menschenleer und verlassen. Doch scheint die Idylle fragil
Jörg Buttgereits „Nicht jugendfrei!“: Aua, ist das echt?
Jörg Buttgereits „Nicht jugendfrei!“ erzählt von der Freude am Grauen. Als Reiselektüre eignet sich das Buch nur bedingt
Sylvie Schenks „Maman“: Das schöne Lied von der traurigen Frau
Der Versuch zu verstehen, woher man kommt – davon erzählt Sylvie Schenks „Maman“. Ein Buch, das in Erzählung und Handlung den Romanen von Annie Erneaux ähnelt, und doch in seiner Freiheit einzigartig ist
Wenn mal wieder alle Räder stillstehen: Musik für Bahnhöfe
Wer dieser Tage in Deutschland mit dem Zug reist, sollte eigentlich therapeutische Unterstützung erhalten. Gibt’s nicht, macht nichts: Konstantin Nowotny hat fünf Songs ausgewählt, die eine beschwerliche Reise leichter machen
Serie „Lu von Loser“: Eine Familienangelegenheit
Alice Gruias Serie „Lu von Loser“ mit der Regisseurin selbst in der Titelrolle überzeugt auch in der zweiten Staffel – die Zuschauer:innen erwartet schwarzer Humor und ein ehrlicher Blick auf das Leben einer Alleinerziehenden
Parsifal in Bayreuth: Wie gut ist Wagner 3.0?
Der Versuch, die Wagner-Festspiele mit Augmented Reality in die multimediale Zeit zu transportieren, geht für unseren Autor ziemlich schief
Unsere Empfehlungen: Serien für Ferien
Wenn der Urlaub naht, werden alle zu Viellesern, die sonst zum Chillen Netflix schauen. Wir haben da leise Zweifel und empfehlen anstelle von Büchern diesen Sommer fünf Serien
„Queer“ von Benno Gammerl: Der lange Weg zur Dorfpride in Ladenburg
Gefährliches Leben: Der Historiker Benno Gammerl erzählt in seinem Buch die wechselhafte Geschichte von Homo- und Transsexuellen in Deutschland
Einzelausstellung von Małgorzata Mirga-Tas: Heroinen des Alltags
Das Brücke-Museum in Berlin zeigt die knallbunten und dabei radikal politischen Stoffbilder der polnischen Künstlerin Małgorzata Mirga-Tas. Autorin Sonja Eismann kann nicht anders, als sich in sie zu verlieben
Anthony McCartens Thriller „Going Zero“: Vorsicht, Cookies besser ablehnen!
Hightech, Digitalisierung, Überwachung: Der Thriller „Going Zero“ von Drehbuchschreiber und Autor Anthony McCartens erzählt von einer Welt, in der wir fast schon leben. Ein rasantes und fesselndes Buch
„Gehen und Bleiben“ von Volker Koepp: Keine Macht den Drohnen
In seinem Dokumentarfilm „Gehen und Bleiben“ fragt Volker Koepp nach den Folgen alter und neuer Kriege – und sucht nach den Wurzeln des Schriftstellers Uwe Johnson
Christopher Nolans „Oppenheimer“: Ein Hasardeur und Zweifler
Regisseur Christopher Nolan erzählt in „Oppenheimer“ nicht einfach die Heldengeschichte vom „Vater der Atombombe“. Vielmehr ist sein Film eine grandiose Geschichte voll von Zweideutigkeiten, Skrupeln und politischen Intrigen
Brigitte Reimann: Freiheit in jeder Hinsicht
„Ich bin so gierig nach Leben“ ist mehr als eine Biografie über die deutsche Schriftstellerin Brigitte Reimann. Man liest ein Panorama ihrer Zeit
„Barbie“-Film von Greta Gerwig: Feministische Gesellschaftskritik im Spagat
Nur nostalgieversessener Spaß? Greta Gerwigs „Barbie“-Film versprüht glitzernden Charme, aber seinen selbstauferlegten feministischen Anspruch erfüllt er nicht
Janine Wissler und Omid Nouripour bei ARD und ZDF: Wenig Vertrauen in Demokratie
In der parlamentarischen Sommerpause zeigen ARD und ZDF jeden Sonntag Interviews mit den Parteivorsitzenden. Besonders tiefgründig sind die Gespräche nicht. Trotzdem sind die Sendungen sehenswert
Liberale, die sich als Sozialisten oder Konservative missverstehen
Die Sachbücher des Monats: Prof. Erhard Schütz liest Bücher über Renegaten, Konservatismus, taucht ein in die Historie des Rassismus gegen People of Colour und lernt über Tücken von Wiedergutmachungsversuchen
„Theater der Welt“-Festival: Latex-Fleisch und Albtraum-Archiv
Das „Theater der Welt“-Festival widmet sich asiatischer Avantgarde und Tierrechten. Alles ist schrill und durchgeknallt, folgt keiner populären Theatertradition und ist damit ein wichtiger Beitrag zu gegenwärtigen Gesellschaftsdiskursen