Ich versuche es schon einige Zeit auf die Melodie von „Amsel, Drossel, Fink und Star“. Doch sich auf diese Weise „Petersilie, Kerbel, Borretsch, Pimpinelle, Schnittlauch, Sauerampfer und Kresse“ zu merken, funktioniert gar nicht. Man muss es sich besser als Rap zurechtlegen, um die Originalzutaten für die Frankfurter Grüne Soße in den Kopf zu bekommen. In solchen Dingen sollte man als Kochkolumnist nämlich rezeptursicher sein. Ehrensache.
Vorweggeschickt sei: Grüne Soße kennen die meisten nur am Gründonnerstag, ich mache sie die ganze frostfreie Zeit des Jahres. Sieben Kräuter, Sauerrahm, Senf und Ei – das passt nicht nur zu traditionellen Begleitern, also Pellkartoffeln und Tafelspitz, sondern auch zu geräuchertem Fisch, zu Nudeln und Couscous.
"Pimpiwat? Nie jehört"
Hinzu kommt: Die Kräutermischung hat auch mein Gemüsehändler im Angebot. Dass sie nicht ganz nach dem Vorbild ist, will er aber partout nicht einsehen. Als ich ihm versuchte zu erklären, dass nicht Estragon und Dill hineingehören, sondern Kresse und Pimpinelle, sagte er nur: „Pimpiwat? Nie jehört!“ Ach, Berlin!
Andererseits: Ich habe selten erlebt, dass die „Grie Soß“ nicht Anlass für eine herzhafte Diskussion war. Ganz so wie man in Bayern lange darüber reden kann, wie man Münchner Weißwürste zu essen hat: Mit oder ohne Pelle? Wobei man sich doch immer einigt: Wer auch den Darm isst, sollte der bajuwarischen Nationalität verlustig gehen. Und zwar sofort. Was die Weißwurst-Pelle den Bayern ist, sollte den Hessen, hoffe ich inständig, der Estragon sein. Nämlich im Zusammenhang mit der Soße etwas Ungenießbares. Estragon ist wie Liebstöckel oder frischer Koriander: eine Diva. Diese Kräuter drängen sich viel zu gern in den Vordergrund. Da ist Vorsicht geboten.
Worüber ich auch nicht diskutieren möchte, ist die Frage: Schneiden oder hacken? Das ist nämlich keine Frage. Hacken ist rohe Gewalt, zerstört sinnlos die Kräuter, setzt zuviel Pflanzensäfte frei. Das geht aufs Aroma und macht aus der Angelegenheit nur eins: eine plump scharfe Sache. Schneiden Sie die Kräuter mit dem schärfsten Messer, das Sie haben, und lassen Sie die Soße länger ziehen. Die Zutaten werden es danken. Wer sagt, er zerkleinere seine Kräuter einfach im Mixer oder mit dem Küchenstab, dem entziehe ich hiermit die Leserschaft für diese Kolumne. Auf der Stelle.
Eiergröße egal
Darüber hinaus sollte man sich bei Diskussionen über die Grüne Soße in keine weiteren Scharmützel verirren lassen. Etwa über die Frage, wie klein das Ei geschnitten sein muss. Das überlasse ich ganz Ihrem Geschmack. Wenn Sie die Debatte darüber jedoch im Ansatz ersticken wollen, rate ich zu folgender Aussage: „Ich verwende nur das Eigelb und streiche es durch ein engmaschiges Sieb in die Soße.“ Ein durchschlagender Erfolg. Selbst getestet. Wer will sich mit einem solchen Snob noch abgeben?
Auch ob Sauerrahm, Schmand oder sogar Mayonnaise die beste Grundlage für die Grüne Soße ist, überlasse ich Ihrer Wahl. Da kann man nicht viel falsch machen. Wenn Sie es ganz einfach mögen, können Sie auch mit einigen Päckchen 8-Kräutermischung aus dem Tiefkühlregal beginnen und darauf aufbauend experimentieren. Denn man muss sehen, die Grüne Soße hat so viele Verwandte, zwar nicht in Deutschland, aber im übrigen Europa. Ob Pesto, die italienische salsa verde, Frankreichs Sauce verte oder spanische Mojo, da kann man nur eines von ableiten: Gute Küchen kennen grüne Soßen. Experimentieren Sie bitte, mit Nüssen, mit Portulak, Majoran, Löwenzahn oder dem vom Gärtner verachteten Giersch. Oder auch Bohnenkraut. Das hat im Kochtopf wenig verloren. Aber das ist wieder ein eigener Rap.
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Ja, ja & nochmals: ja! Sehr schöner Artikel über eine wunderbar aromatische, frisch und wohl schmeckende Köstlichkeit, an der man merkt wenn der Frühling angefangen hat, denn: genau so schmeckt eine gelungene Grie Soß'!
Und, vollkommen richtig und ganz wichtig: Kräuter erst zupfen, dann mit nem scharfen Messer schneiden und wer's noch feiner will: mit nem Wiegemesser, das ebenfalls scharf sein muss, nochmal feiner schneiden. Dann kann nix schief gehen und die Soße ist ein wahrer Genuss. Empfohlen sind auch ein paar Spritzer Zitronensaft. Aber auch das ist Geschmackssache. |
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Juhu! Ich wollte nämlich schon darum bitten, ob es nicht Varianten zum Thema Frankfurter grüne Soße zu lesen geben könnte! Die habe ich erst zwei Mal in enorm unterschiedlichen, jedes Mal aber ganz köstlicher Variante gegessen. Fasse mich jetzt also in Geduld, Demut und Neugier...;-)...
Und würde aber gern vorab doch eine ketzerische Frage zum Stabmixer stellen - bei Basilikumpesto, wenigstens bei großen Mengen, halte ich es so, den Basilikum zunächst zu zupfen und mit sehr scharfem Messer zu schneiden, ihn dann aber zusammen mit bestem Olivenöl sehr wohl kurz mit dem Stabmixer endzuzerkleinern - unter Luftabschluß durch das Öl. Meiner Erfahrung nach bleibt da weit mehr Geschmack im Pesto! Die These: das ätherische Öl des Basilikums ist ziemlich flüchtig und beim Atomisieren von, sagen wir mal, einem Pfund mit einem Messer wird zwar die Küche ganz wunderbar parfümiert, nicht aber mehr das Pesto. Ich bin mir der Schwere des Sakrilegs wohl bewußt und flöge nur sehr ungern aus Ihrem Blog, lieber Jörn Kabisch - aber könnte da was dran sein? Bei Salsa Verde, sprich, Petersilie und Minze in der Hauptsache schneide ich ausschließlich mit dem Messer - mir scheinen deren Öle nicht so empfindlich wie das von Basilikum und hier finde ich auch Ihre These von Schärfe und Pflanzensäften im unangenehmen Übermaß zutreffend. Apropos Sakrileg - wer das Bedürfnis verspürt, seine Weißwürste aus dem Darm zu zuzeln, statt ihr mit an entsprechenden Stellen angebrachten Schnitten elegant aus der Pelle zu helfen, möge das bitte an einem anderen Tisch und außerhalb meines Blickfelds tun. Meine Assoziation dazu ist stets das Saugen an einem Kondom, benutzt, mit nicht mehr ganz prallem Inhalt, 'tschuldigung. Weißwürste mit Darm zu verspeisen - das kann man diskutieren? In Bayern? Nach meiner Erfahrung existiert wohl eine Diskussion zwischen den erwähnten Anhängern der Zuzelei, bäh vs denen der Chirurgie, weitere Diskussionen werden um den wahren Senf geführt. Da bin ich übrigens ganz intolerante Fundamentalistin - es gibt nur einen zu Weißwürsten, nämlich den guten, süßen von Luise Händlmayer aus Regensburg (sofern vorhanden, gern mit ein klein bißchen scharfem Löwensenf gepimpt). |
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Jetzt musste ich laut lachen, Dame, kannst Dir denken, worüber...
Ist das damenhaft? :)) |
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Na, dann schauen Sie mal zu, goedzak...;-)... (tut mir leid wegen der Werbung am Anfang)
>Wie esse ich eine Weißwurst stilecht? - MyVideo Finden Sie wirklich, dieser Anblick ist einer Dame zumutbar? |
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Da revanchier ich mich mal mit dem hier:
Und Pardon, Jörn Kabisch, dass ich Kochproll hier herumtrample... :) |
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Es MUSS einer Dame von Welt gestattet sein, ihre Assoziationen beim Weißwurstzutzeln zu beschreiben. Auch mir wird das ganz sicher bei der nächsten Weißwurst wieder einfallen.
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Dann, lieber weinsztein, betrachte ich meine Mission als erfüllt!
Was Currywurst angeht, so bin ich mit Ihnen, lieber goedzak, ganz und gar einer Meinung: wird völlig überschätzt (außer, man hat gerade ganz undamenhaft viel Alkohol getrunken und befindet sich zufällig hier konnopke-imbiss.de/ oder hier burger-meister.de/ ) |
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Fast vergessen @goedzak - rumtrampelnder Kochproll? Bitte? Nach Ihren 48 Minuten rockender Küche betrachte ich sowas aber als ein höchst durchsichtiges fishing for compliments! www.freitag.de/community/blogs/goedzak/48-minuten-in-der-kueche
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liebe dame,
jedes weitere Wort schmälert ihren Kommentar. Aber eins ist sicher: Sie zerkleinern Kräuter nicht "einfach" mit dem Stabmixer. Ich freue mich, dass Sie mich weiter lesen wollen. Grüße, JK |
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Ich mache mich mal an meine Idee von Salsa Verde.
Man nehme: rauhe Mengen glatter Petersilie (krause wurde m.A.n. nur fürs Dekorieren verkochter alter Salzkartoffeln erfunden) halbe rauhe Mengen Minze, sonst alles, was sich so findet: Rucola, Oregano, Sauerampfer, Kresse, Löwenzahn, Schnittlauch, Kapuzinerkressefrüchtchen..., hartgekochte/s Ei(er), je Handvoll geschnittener Kräuter eins, Anchovis*, je Handvoll geschnittener Kräuter eine halbe, Kapern*, je kleiner, desto feiner - ist es nicht sehr romantisch, eingelegte Knospen zu essen? Von übrigens außerordentlich hübschen Blüten? www.schwarzaufweiss.de/Nordzypern/kapernstrauch.htm scharfen Senf, bestes Olivenöl, Oliven (am feinsten finde ich die zwischen grün und schwarz) Zitronenschale, Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, Knoblauch. Man braucht Platz, ein riesengroßes Brett und ein sehr scharfes großes Messer. Man staunt nämlich, wieviel Kräuter wie wenig Salsa Verde werden. Mache sich also daran, die Berge von Petersilie, Minze und den anderen grünen Zutaten zu zupfen und zu schneiden und zu schneiden und zu schneiden und zu schneiden und zu schneiden und zu schneiden :II Wer darauf besteht, Kräuter zu waschen, trage Sorge dafür, daß sie VOR dem Schneiden TROCKEN sind, andernfalls wird's ganz falsch breiig und die Küche dauerhaft grün. Sinnvoll ist ein Gefäß mit breitem geradem Boden, um die fein geschnittenen Kräuter zwischenzulagern und mit Olivenöl zu benetzen. Das ist eine der Gelegenheiten, zu denen Öl im Sprüher sehr sinnvoll ist - der Plan ist, daß die Kräuter möglichst schnell nach dem Schneiden von Öl umschlossen sind, nicht aber darin ums liebe Leben schwimmen müssen. Ebenfalls fein geschnitten wird das Eiweiß - das hat aber gar keine geschmackliche oder konsistenzfördernde Funktion - man kann's auch zur Seite stellen und später als Salsa-Verde-Transportmittel verwenden (genau so, wie Wiener Würstchen Senf-Transportmittel sind). Super zum Abschmecken, da wenig Eigengeschmack. Tatsächlich benötigt werden die Eigelbe zur Bindung, die zusammen mit Senf, Anchovis (mit der Gabel zerdrückt), Knoblauch (mit Salz gequetscht), Kapern (je nach Größe ebenfalls gehackt - ich habe meine Lilliputkapern gerade mal nachgemessen: köstliche 3-4mm, die werfe ich ungehackt rein), fein gehackte Oliven, abgeriebene Zitronenschale nach Geschmack, für meinen etwa eine Zitrone pro zwei Handvoll geschnittene Kräuter, Pfeffer, Salz zum Schluß! untergezogen werden. Salzt, kapert, oliviert oder anchovisiert man die Kräuter, bevor sie von Öl umschlossen sind, ziehen sie Wasser. Möchte man die Salsa Verde aufheben, bereitet sie also in größeren Mengen zu, ist das unbedingt zu vermeiden, da sie viel schneller schlecht wird. Zum Abschmecken lasse man sich Zeit, sie sollte salzig und ein klein bißchen säuerlich sein, man füge also im Zweifel noch Senf, eventuell etwas Zitronensaft und/oder Salz hinzu, wobei das Salz in Öl erst nach einer Weile zum Tragen kommt. Die Konsistenz sollte so sein, daß sie soeben nicht fließt - also Vorsicht mit dem Öl. Aufheben kann man sie am besten in z.B. einer sterilisierten Milchflasche - es ist aber unerläßlich, daß dann ein Schluck Öl oben auf der Salsa Verde steht. Hält sich nach meiner Erfahrung theoretisch 2 Wochen im Kühlschrank, was ich aber praktisch nur dann schaffe, wenn ich davon mindestens eine Woche nicht zuhause bin. Salsa Verde schmeckt nämlich zu allem außer Marmeladenbrot, angefangen von Nudeln und Pellkartoffeln und Weißbrot, zu absolut allem, was gegrillt ist, zu Fisch, zu Tintenfisch, zu kaltem Fleisch, statt Meerrettich zu Tafelspitz, zu Artischocken, zu grünem Spargel, als Dip für rohes Gemüse, als Basis für Salatsauce mit Joghurt usw.usf - man erfindet sich auch Transportmittel wie schnöde Cracker oder Chips. *Dazu ein einprägsamer Lehrsatz meiner (Telefon-) Kochfreundin: wo Kaper, da Anchovis! |
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Lieber Jörn Kabisch,
habe ich das etwa noch nie erwähnt? Ich finde Ihren Kochblog sowas von großartig und hatte ihn auch schon sehr vermisst! Und bin froh, trotz Stabmixer und Wurst-(und Olivenöl-)Schlenkern weiterhin daran teilnehmen zu dürfen...;-)... Zum Stab- und überhaupt zum Mixer hätte ich ja noch eine weitere These: manche Lebensmittel werden bei zu schneller Umdrehung, beim Mixen oder Zauberstabisieren unerträglich bitter. Dazu gehört Olivenöl, z.B. bei Aioli und auch Petersilie. Wichtig ist also die allerniedrigste Umdrehung. Ich hatte Ihre freundliche Antwort beim Schneiden und zwischendurch Schreiben nicht gesehen und gehe jetzt mal zum Tastatur- und Kücheputzen wie zum ausführlichsten Abschmecken über, schmackofatz. Es sei mir aber noch eine allerletzte Weißwurstfrage erlaubt: weiß jemand eine anständige Quelle für Münchner Weißwürste in der Hauptstadt? Die vom KaDeWe finde ich nicht lecker. |
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@Dame & Jörn Kabisch
Ein Geständnis: Den Begriff Salsa Verde hatte ich schon gehört. Das war bis zum Lesen dieses Textes aber auch alles, was ich über selbige wusste. Bin mir nicht mal sicher, ob ich je eine gegessen habe. "Die Originalzutaten für die Frankfurter Grüne Soße gehören zum absoluten Grundwissen." - Wenn das stimmt, und ich habe keinen Grund, dran zu zweifeln, kann ich mich nur als Kochproll oder kochender Dorfbengel bezeichnen, was keine Selbstbeleidigung ist (ich leide durchaus nicht an meiner sozialen Herkunft), sondern nur so ungefähr die derzeitigen Grenzen meiner Kochkompetenz andeutet. Ich lese das hier aber auch immer gerne. Erstens wegen der Art, WIE über Nahrung und deren Zubereitung geschrieben wird, und zweitens, weil ich die eine oder andere Anregung mitnehme, auch von Kommentatoren. |
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Hallo Jörn (und beim Essen nehm ich mir mal als Frankfurter und der Ältere von uns beiden das DU heraus),
folgendes Angebot gilt für Dich: Komm nach Frankfurt ins Odyssee, biete drei Varianten "grii sooos" als Wahlberliner an, steh' selbst in unserer kleinen Küche. Unser Koch assistiert dir und wir machen einen Freitag-Event draus. Berlin- Frankfurt- Grüne Soße und Musik Gruß BW |
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fast hätt ich vergessen: A bißerl politisch kann's auch noch werden. Ja kennt ja schon unseren Laden, für 60-80 Leute ist Platz!
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Bin um diese Zeit noch zu schnell: mit Ja mein ich selbstverständlich JA oder Jakob Augstein.
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lieber BW, die Buchmesse ist nicht mehr so weit weg. vielleicht dann?
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Zum kreativen Kochen gehört ausprobieren. Was tun, wenn Pimpinelle oder Kresse nicht zu kriegen sind? Auf Grie Soß verzichten? Nö. Die Gemüsehändlerinnen hier auf dem Wochenmarkt in der Türkei würden gucken wie ne Schere, käme ich denen mit Pimpernelle. Auch Kresse oder Schnittlauch wachsen hier nicht. Aber andere Kräuter, etwa Portulak und ganz besonders aromatischer Rucola.
Nehmt an Kräutern, was gerade auf dem Markt ist, für Eure ganz persönliche Grüne Sauce. Petersilie, Basilikum, Sauerampfer, Dill. Ja Dill, der schmeckt wunderbar darin. Ich verwende auch noch Portulak und Rucola, mittelfein geschnitten wie die anderen Kräuter. Außerdem eine fein gewiegte Schalotte, ein paar Knoblauchzehen und pro Person ein hart gekochtes Ei. Salz, eine Prise Zucker dazu und etwas Zitronensaft (Sehr wichtiger Hinweis, leif eriksson!). Kurz umrühren. Alles ein Viertelstündchen stehen lassen, dann türkischen Joghurt dazu (10 % Fett) und einen Schuss Olivenöl. Diese Kreation über einen großen Teller Pellkartoffeln geben und reinhauen! Unglaublich, wie viel man davon essen kann. |
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Senf, ok, passt da auch rein. Ist aber nicht so notwendig wie Händlmayers Süßer zu Dames Weißwurst.
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Grüne Soße aus frischen Kräutern immer gern. Estragon, Liebstöckel und Koriander hätte ich sowieso nie reingetan. Erstere beiden mag ich nirgends dabei und Koriander empfinde ich auch als Diva, da muß man gut überlegen und vorher testen, wozu es wirklich gut passt und auch eher solo, finde ich. Bisschen Zitrone dazu gibt mir meistens den Kick "nach oben", so nenne und empfinde ich das. Bei mir gibt es immer diese Unterscheidung. "Nach unten" ist nicht gut, macht trübsinnig. Frischen Knoblauch hab ich auch oft gern dabei. Aber ich mache auch Soßen nur noch vegan. Sahnig mache ich Suppen und Soßen mit pürierter Kokosmilch und wenn ich Eigeschmack haben will, nehme ich ein bisschen 9xgebranntes Bambussalz. Andicken tu ich gern mit fenem Hartweizengrieß, wenn es sein muß. Weißes Sesammuß passt auch gut mit an Spargel-Soßen, oder - Suppen. Krieg ich jetzt Schimpfe wegen vegan ?
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ne, nur wegen der bezeichnung 'weißes sesammuß'.
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Ist weiße Sesam oder sind Sesamsamen und Mandeln ein Muß, ein Muss oder ein Darf? Kommt drauf an. Um sie zu Mus zu machen, muß/muss man sie jedenfalls fein zerkleinern, mit oder ohne Schale.
Nußmuß, Nussmuss, Nußmus oder Nussmus? - In der Reihenfolge: Falsche alte, falsche neue, richtige alte und richtige neue Rechtschreibung. Nußmus und Nussmus sind dasselbe, Nußmuß und Nussmuss meinen (wahrscheinlich) dasselbe... |
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Rahab,bist Du ein bisschen ein unbdachtsamer Besserwisser, oder hab ich doch recht gehabt, dass sich irgendjemand wieder ärgert ? Es gibt tatsächlich "weißen Sesam" (geschälter),gegenüber normalem (ungeschältem). Es gibt beides in Mußform und der geschälte Sesam, also der "weiße" hat gegenüber dem ungeschälten für Suppen und Soßen den Vorteil, dass er milder ist ! Ob mein Rezept mit ungeschältem Sesam auch so gut schmecken würde, weiß ich nicht. Allerdings ist der ungeschälte, den swir onst immer im Haus haben, natürlich preiswerter. Beim Mandelmuß z.B. ist der Unerschied so extrem, dass ich nie "weißes Mandelmuß" kaufe.
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weißte, ich mach mich nich rum mit geschält und ungeschält, ich hol mir einfach tehina
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tehina, schon fertig mit knoblauch und petersilie, wo gibt es denn das hierzulande, rahab?
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nicht ganz fertig, aber zum weiterverarbeiten erwerbe ich tahin (sesampaste) in jedem levantinischen (türkisch, kurdisch, arabisch) laden. gibts da in dosen, gläsern, flaschen... und läßt sich einfach anrühren und 'veredeln'.
da bekomme ich auch hoummous und anderes. baba ghanoutsch mache ich allerdings selbst und haue zwecks weißheit (und geschmack) nen klecks yoghurt rein. ich schrieb halt tehina, weil das dem, wie ich es in israel einkaufen würde, von der lautung her am nächsten kommt. |
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ach so, ja... petersilie - ich nehme nana (minze).
krieg ich ebenda - entweder frisch oder getrocknet. und knoblauch - am liebsten als öl, wenn schon. |
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Lieber Jörn Kabisch,
wer wäre ich, wollte ich mich Ihrem Ruf nach salsa verde italienischer Machart entziehen. Nur eine Geschichte kann ich dazu nicht anbieten. Auf einem Blog, den ich gelegentlich lese, dafür umso mehr, wo es heißt: „Die Sosse für gekochtes Fleisch, gleich ob aus drei oder vier Sorten (Huhn, Rind, Schwein und Ochse) ist eine dieser Erinnerungen, die mir als erste in den Sinn kommen, wenn es um Familienrezepte –alle aus der Tradition der Romagna- und um eine gute Brühe geht. Das Fleisch daraus wird zu einem vorzüglichen Hauptgericht, und in meiner Familie serviert man es mit einer grünen Soße. Ob man Passatelli dazu gibt oder Cappelletti, diese Würzung darf auf keinen Fall bei tisch fehlen. Von meiner Großmutter auf meine Mutter und dann auf mich wurde dieses Rezept überliefert; ich weiß gar nicht, wann dieser Schatz der Küche in unserer Familie aufgenommen wurde. Aber was ich weiß ist, dass es schmeckt. Wenn man nur lange genug in Rezeptbüchern sucht, findet man das Rezept sicher, vielleicht etwas abgewandelt, sicher sogar mit den genauen Angaben zur Zubereitung. Ich erzähle Euch die, die ich von den Frauen meiner Familie her lernte, als ich ihnen zuschaute, mit dem gleichen Rat meiner Großmutter: Für die Mengen vertraut dem Auge und lasst Euch von Eurem Geschmack und den Sinnen inspirieren. Die Zutaten Petersilie Kapern Sardellenfilets Brotkrume Knoblauch Essig Öl Salz Die Zubereitung Nehmt die Brotkrume und weicht sie im Essig ein, so intensiv wie Euch diese zweite Zutat schmeckt. Denkt aber immer daran, dass das Übermaß jeden anderen Geschmack verdeckt. Mit einem Mixer oder einem Pürierstab zerkleinert alle Zutaten, bis eine zusammenhängende und cremige Komposition entsteht. Nehmt viel Petersilie, denn sie gibt der Soße die Farbe. Das Brot ist dagegen für die Konsistenz. Wer Knoblauch nicht mag oder nicht gut verträgt, ist Porree eine gute Alternative oder süße Zwiebeln. Man kann es auch mit roten Zwiebeln aus Tropea versuchen.“ Bleibt nur anzumerken, dass Fisch in Soßen wohl auf das antike römische Garum zurückgeht, wie es bei Apicius auch beschrieben ist. Damit wären die Zweifel der Blogverfasserin vermutlich beseitigt, was die Herkunft betrifft. Allerdings bin ich sicher, dass die alten Römer keine Mixer oder Pürierer hatten, zumindest keine strombetriebenen. |
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Grüne Soße. Kindheitserinnerungen. Oft bin ich über Ostern in Frankfurt bei meinen Großtanten und Tanten gewesen. Immer gab es Grüne Soße. Und so brannten sich 2 Sätze in mein noch junges Gedächtnis:
"s gibt Grie Soß" und nach den Küsschen auf die Wange "Hach ist der Bub groß worde" Immer. Daher kann man mich auch heute noch mit Grie Soß jagen. |
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bevor dass ich's wieder vergesse: wer sich nicht die mühe machen will/kann, alle kräuter zusammenzusuchen, und wer sie auch nicht - wie in rain-mein-eria - abgepackt findet, der nehme einfach ein oder zwei oder mehr bund salatgrün. da ist meist das mehr oder weniger traditionell erforderliche kraut drin enthalten.
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Steuere auch noch eine Variante bei, mit Meerrettich: opalkatzenfutter.wordpress.com/2010/04/06/grune-sauce/
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Ausgabe 20/2012
16.05.2012
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